Bereifung

Die Bereifung wurde grundlegend geändert. Ursprünglich war das Fahrzeug mit 9R22,5-Reifen ausgestattet, an der Hinterachse in Zwillingsbereifung. Diese Konfiguration wurde vollständig ersetzt durch 335/80 R20 in Einzelbereifung. Zum Einsatz kommen Continental MPT 81, die besser zu unserem Einsatzzweck passen und sich im schweren Allrad-Lkw-Bereich bewährt haben.

Ergänzende Überlegungen zur Reifenwahl

Neben den technischen Anforderungen spielte bei der Wahl der Bereifung auch der persönliche Eindruck eine Rolle. Der Continental MPT 81 ist ein klassischer Stollenreifen und entspricht optisch deutlich eher unserem Verständnis eines robusten Reise- und Allradfahrzeugs als beispielsweise ein reiner Baustellen- oder Straßenreifen wie der Hankook AM15.

Uns war bewusst, dass das grobe Stollenprofil im Vergleich zu straßenorientierteren Reifen einen etwas höheren Rollwiderstand mit sich bringt und sich dies entsprechend auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Dieser Punkt wurde bewusst in Kauf genommen.

Dem gegenüber stehen jedoch auch klare funktionale Vorteile im Reise- und Geländeeinsatz. Durch das offene Profil bietet der MPT 81 eine sehr gute Traktion auf losem Untergrund wie Schotter, Sand, Matsch oder Schnee. Gleichzeitig sorgt die große Profilfreiheit für eine effektive Selbstreinigung, da sich Schmutz und Steine nicht dauerhaft im Profil festsetzen.

Zusätzlich ist der Reifen für den gemischten Einsatz konzipiert. Die stabile Karkasse und die robuste Auslegung bieten eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schnitten, Durchstichen und mechanischen Belastungen, wie sie insbesondere abseits befestigter Straßen auftreten können.

In Summe fiel die Entscheidung daher bewusst auf einen Reifen, der nicht nur technisch sinnvoll ist, sondern auch optisch zum Fahrzeug und zum Gesamtkonzept von KALUKOMA passt.

Technische Gründe für den Wechsel von Zwillings- auf Einzelbereifung

Die Zwillingsbereifung ist für den klassischen Straßeneinsatz sinnvoll, bringt im Reise- und Geländeeinsatz jedoch einige Nachteile mit sich. Besonders problematisch ist der Zwischenraum zwischen den Zwillingsreifen, in dem sich auf Schotter, Schlamm oder Schnee häufig Steine und Fremdkörper festsetzen können. Dies kann zu Schäden an den Reifenflanken führen und erhöht den Wartungsaufwand deutlich.

Durch den Wechsel auf Einzelbereifung entfällt dieses Risiko vollständig. Gleichzeitig verbessert sich die Selbstreinigung der Reifen, da Schmutz und Geröll nicht mehr zwischen zwei Reifen eingeschlossen werden.

Ein weiterer Vorteil liegt in der vereinfachten Wartung: Es gibt weniger Reifen und Ventile, keine Abweichungen im Luftdruck innerhalb eines Zwillingspaares und insgesamt eine bessere Übersicht bei Kontrolle und Pflege – ein nicht zu unterschätzender Faktor, insbesondere auf längeren Reisen.

Reifendimensionen und Auswirkungen auf die Tachoanzeige

Mit der Umrüstung von 9R22,5 auf 335/80 R20 ändert sich der Abrollumfang der Bereifung. Der größere Gesamtdurchmesser führt dazu, dass sich das Fahrzeug pro Radumdrehung weiter bewegt als zuvor.

Dies wirkt sich unmittelbar auf die Tachoanzeige aus: Ein größerer Abrollumfang führt dazu, dass der Tacho theoretisch weniger Geschwindigkeit anzeigt, als tatsächlich gefahren wird.

In unserem Fall passte die Kombination aus Reifendimension und vorhandenem Winkelgetriebe des Tachometers glücklicherweise noch innerhalb der zulässigen Toleranzen, sodass keine Anpassung notwendig war. Bei noch größeren Reifendimensionen wäre dieser Punkt jedoch kritisch geworden und hätte einen Tausch bzw. Anpassung des Winkelgetriebes erfordert.

Lenkeinschlag und Freigängigkeit

Mit größeren Reifendimensionen verändert sich auch die Freigängigkeit im Bereich des maximalen Lenkeinschlags. Daher muss bei jeder Umrüstung geprüft werden, ob Reifen, Fahrwerk und Karosserie auch bei vollem Lenkeinschlag kollisionsfrei bleiben.

Bei der verwendeten Dimension 335/80 R20 war dies bei unserem Fahrzeug noch problemlos gegeben. Der volle Lenkeinschlag konnte ohne Kontakt zu Rahmen, Fahrwerk oder Karosserieteilen genutzt werden.

Bei noch größeren Reifendimensionen wäre eine Anpassung notwendig gewesen. In diesem Fall müssten der Lenkeinschlag mechanisch über die Lenkanschläge sowie auch hydraulisch an der Lenkung nachgestellt werden, um Schäden und sicherheitsrelevante Einschränkungen zu vermeiden.

Vergleich der Reifendimensionen

Hier zur Veranschaulichung eine kleine Vergleichstabelle.

ReifengrößeTypBreite
(mm)
Durchmesser
(mm)
Statischer
Rollradius (mm)
Abrollumfang
(mm)
Abweichung zur Serie
9R22,5Serienbereifungca. 230ca. 980ca. 455ca. 2.980Referenz
335/80 R20Continental MPT 81ca. 3541.0324803.120+26 mm Bodenfreiheit
+4,7 % Abrollumfang
365/80 R20Continental MPT 81ca. 3801.0895023.275+54 mm Bodenfreiheit
+9,9 % Abrollumfang

Alle Maßangaben basieren auf Herstellerdaten (Continental) bzw. realistischen Referenzwerten der serienmäßigen 9R22,5-Bereifung. Abweichungen je nach Reifenhersteller und Felgenbreite sind möglich.

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